Wann Bremsscheiben gewechselt werden
Bremsscheiben werden nicht zu einem festen Zeitpunkt gewechselt: Wie schnell sie verschleißen, hängt vom Fahrzeug, von der Achse, von den Belägen und davon ab, wie und wo das Fahrzeug gefahren wird. Entscheidend sind Dicke und Zustand der Scheibe. Jede Scheibe hat eine kleinste zulässige Dicke, die der Fahrzeughersteller angibt und die in der Regel auch auf der Scheibe eingeprägt ist; wo der Lieferant einer Bremsscheibe sie angibt, zeigt die Teileseite des Fahrzeugs sie neben dieser Teilenummer. Eine Scheibe wird gewechselt, bevor sie diese Dicke erreicht. Halten Sie sich an den Plan Ihres Fahrzeugherstellers für die Prüfung der Bremsen, und lassen Sie die Scheiben bei jedem Belagwechsel messen.
Lassen Sie die Bremsen unverzüglich prüfen, wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken:
- Das Bremspedal oder das Lenkrad pulsiert oder zittert beim Bremsen
- Schabende, schleifende oder reibende Geräusche beim Bremsen
- Ein ausgeprägter Grat am äußeren Rand einer Scheibe, tiefe Riefen in ihren Reibflächen oder Risse
- Blau oder dunkel verfärbte Stellen auf den Reibflächen
- Starke Korrosion auf den Reibflächen, die das Bremsen nicht mehr abträgt, vor allem auf der Innenseite einer Scheibe
- Das Fahrzeug zieht beim Bremsen zu einer Seite, oder der Bremsweg ist länger geworden
Ersetzen Sie eine Scheibe, die ihre kleinste zulässige Dicke erreicht oder unterschritten hat, die sie erreichen würde, bevor ein neuer Satz Beläge verschlissen ist, oder die gerissen, tief gerieft, durch Hitze beschädigt oder auf ihren Reibflächen stark korrodiert ist. Die Innenseite einer Scheibe verschleißt und korrodiert oft stärker als die Außenseite und lässt sich durch das Rad hindurch nicht beurteilen: Die Dicke wird bei abgenommenem Rad gemessen. Pulsieren beim Bremsen hat auch andere Ursachen, etwa Korrosion oder Schmutz zwischen Scheibe und Nabe, eine Nabe oder ein Radlager, das nicht rund läuft oder Spiel hat, ungleichmäßig angezogene Radbefestigungen und verschlissene Gelenke der Radaufhängung oder der Lenkung; neue Scheiben beheben diese Fehler nicht, und sie können dazu führen, dass eine neue Scheibe unrund läuft. Ein Bremssattel, der nicht gleitet, oder ein Kolben, der nicht zurückgeht, kann eine Scheibe überhitzen und einseitig verschleißen.
Fahren Sie nicht mit einer Bremsscheibe, die gerissen ist, unter ihre kleinste zulässige Dicke verschlissen ist oder von der Trägerplatte eines abgefahrenen Belags abgeschliffen wird. Eine solche Scheibe kann brechen oder ihre Bremswirkung verlieren. Lassen Sie das Fahrzeug notfalls abschleppen.
Bevor Sie beginnen
Die Bremsen halten das Fahrzeug an: Eine Schraube des Bremssattelträgers, die lose bleibt oder wiederverwendet wird, wo eine neue vorgeschrieben ist, eine Scheibe, die nicht plan auf ihrer Nabe liegt, ein verdrehter Bremsschlauch oder Fett auf einer Reibfläche können zum Versagen der Bremsen führen. Führen Sie diese Arbeit nur aus, wenn Sie die Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers für Ihr Fahrzeug und die betreffende Achse, seine Anzugsvorgaben und die dafür verlangten Werkzeuge haben und sich bei jedem Schritt sicher sind. Überlassen Sie sie sonst einer Werkstatt, oder lassen Sie Ihre Arbeit von einer Werkstatt prüfen, bevor Sie im Straßenverkehr fahren.
- Beschaffen Sie sich vor Beginn die Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers: die Bauart der Bremse an der betreffenden Achse, wie der Bremssattel, sein Träger und die Scheibe aus- und eingebaut werden, welche Befestigungen durch neue ersetzt werden müssen, die Anzugsvorgaben für die Schrauben des Trägers, die Befestigungen des Bremssattels, eine vorhandene Schraube, die die Scheibe fixiert, und die Radbefestigungen, wie die Nabe vorbereitet wird, ob und wie der Schlag der Nabe und der Scheibe gemessen wird und was die Feststellbremse vor und nach der Arbeit braucht.
- Stellen Sie fest, wie die Scheibe an Ihrer Achse gehalten wird. Diese Anleitung behandelt eine Scheibe, die über die Nabe geschoben, in der Regel von einer oder mehreren kleinen Schrauben oder Clips fixiert und vom Rad festgespannt wird. An manchen Achsen bildet die Scheibe mit dem Radlager ein Teil oder sitzt hinter der Nabe, sodass die Mutter der Nabe oder die Nabe selbst abgenommen werden muss. Dazu gehören Arbeiten am Radlager mit eigener Arbeitsanweisung, eigenen Werkzeugen und eigenen Anzugsvorgaben: Überlassen Sie das einer Werkstatt, wenn Sie dafür nicht ausgerüstet und darin nicht geübt sind.
- Stellen Sie fest, wie die Feststellbremse an der Achse wirkt, an der Sie arbeiten. An manchen Hinterachsen wirkt sie auf die Bremssättel, und bei Fahrzeugen mit elektrischer Feststellbremse muss diese in die vom Fahrzeughersteller vorgesehene Servicestellung gebracht werden, bevor der Bremssattel geöffnet wird. An anderen Hinterachsen hat die Feststellbremse eigene Bremsbacken, die in einer Trommel arbeiten, die der Topf der Scheibe bildet; die Scheibe lässt sich dann nur bei gelöster Feststellbremse abnehmen, wenn nötig nachdem ihre Backen an der Nachstellung zurückgestellt wurden, und die Feststellbremse muss danach so neu eingestellt werden, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt.
- Wechseln Sie die Scheiben beider Räder einer Achse zusammen, mit zwei Scheiben derselben Teilenummer, wo der Lieferant keine getrennten linken und rechten Teile listet, und bauen Sie mit neuen Scheiben neue Bremsbeläge ein. Wechseln Sie niemals nur eine Scheibe, und fahren Sie niemals verschlissene Beläge auf neuen Scheiben.
- Zum Wechsel der Scheiben gehört der Wechsel der Beläge. Diese Anleitung beschreibt, was die Scheiben betrifft; den Aus- und Einbau der Beläge, das Zurückdrücken der Kolben, den Bremsflüssigkeitsstand, den Verschleißsensor und die Feststellbremse beschreibt die unten verlinkte Anleitung zum Bremsbelagwechsel. Lesen Sie sie zuerst, halten Sie die Werkzeuge bereit, die diese Arbeit braucht, und beachten Sie ihre Vorsichtsmaßnahmen.
- Bremsstaub ist gesundheitsschädlich, wenn er eingeatmet wird. Blasen Sie eine Bremse nicht mit Druckluft aus und bürsten Sie sie nicht trocken so ab, dass Staub aufgewirbelt wird: Verwenden Sie Bremsenreiniger und fangen Sie auf, was abläuft, und tragen Sie eine Staubmaske, Augenschutz und Handschuhe.
- Stellen Sie das Fahrzeug auf festem, ebenem Boden ab und schalten Sie die Zündung aus. Sichern Sie die Räder, die am Boden bleiben, auf beiden Seiten mit Unterlegkeilen. Wo Sie an der Achse arbeiten, auf die die Feststellbremse wirkt, muss die Feststellbremse für die Arbeit so gelöst werden, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt; dann halten allein die Keile das Fahrzeug: Legen Sie zusätzlich einen Gang oder die Parkstellung ein, wo das das Fahrzeug hält, und vergewissern Sie sich, dass es nicht rollen kann, bevor Sie es anheben.
- Heben Sie das Fahrzeug nur an den vom Fahrzeughersteller angegebenen Punkten an und stützen Sie es auf Unterstellböcken ab, die für sein Gewicht ausgelegt sind. Arbeiten Sie niemals an einem Fahrzeug, das nur von einem Wagenheber gehalten wird, und lassen Sie es sicher abgestützt, solange Sie an der Bremse arbeiten oder sie prüfen. Lösen Sie die Radbefestigungen ein wenig, solange das Rad noch auf dem Boden steht, und nehmen Sie sie erst heraus, wenn das Fahrzeug sicher auf den Böcken ruht.
- Lassen Sie die Bremsen abkühlen, bevor Sie sie anfassen: Scheiben und Bremssättel bleiben nach einer Fahrt noch lange heiß.
- Arbeiten Sie an einem Rad nach dem anderen und lassen Sie die andere Seite zusammengebaut, damit Sie sehen können, wie die Teile zusammengehören. Treten Sie nicht das Bremspedal und betätigen Sie nicht die Feststellbremse, solange ein Bremssattel von seiner Scheibe abgenommen ist oder Beläge ausgebaut sind: Der Kolben würde herausgedrückt.
Die richtigen Bremsscheiben wählen
Bremsscheiben unterscheiden sich in ihrem Durchmesser, ihrer Dicke, ihrer Höhe, im Durchmesser ihrer Zentrierbohrung, in Anzahl und Lochkreis ihrer Radbefestigungsbohrungen und darin, ob sie massiv oder belüftet sind. Dasselbe Modell wird oft mit mehreren Bremssystemen gebaut, je nach Motor, Ausstattung und Bauzeitraum, und Vorder- und Hinterachse können unterschiedliche Scheiben haben. Eine Scheibe, die sich über die Nabe schieben lässt, ist deshalb noch nicht die richtige: Eine Scheibe mit falschem Durchmesser oder falscher Dicke passt nicht zu Bremssattel und Belägen, und eine mit falscher Höhe steht an der falschen Stelle im Bremssattel. Bauen Sie nur Scheiben ein, die für Ihr Fahrzeug und die betreffende Achse gelistet sind und zum dort verbauten Bremssystem passen.
Wählen Sie Ihr Fahrzeug mit der Auswahl auf dieser Seite, um die Teilenummern zu finden, die Lieferanten für seinen Motor listen. Auf der Teileseite des Fahrzeugs wird jede Teilenummer mit den Angaben ihres Lieferanten gezeigt, etwa der Bremsscheibenart, dem Außendurchmesser, der Dicke und der Mindestdicke, der Höhe, dem Zentrierdurchmesser, der Lochanzahl und dem Lochkreis, der Oberfläche, einem Prüfzeichen wie ECE-R90 und dem, was mit der Scheibe geliefert wird. Unter dem Namen des Teils zeigt die Seite eine Einbauposition, etwa Vorder- oder Hinterachse, wo der Lieferant eine angibt.
- Art: Lieferanten geben zum Beispiel an, dass eine Scheibe massiv, belüftet oder innenbelüftet ist, und bei manchen Scheiben, dass sie gelocht, geschlitzt oder eine zweiteilige Bremsscheibe ist. Nehmen Sie die Art, für die die Bremse Ihres Fahrzeugs gebaut ist; eine massive und eine belüftete Scheibe sind nicht untereinander austauschbar.
- Abmessungen: Wo für Ihr Fahrzeug Scheiben mit mehreren Durchmessern oder Dicken gelistet sind, messen Sie den Durchmesser der verbauten Scheiben und lesen Sie deren Kennzeichnung ab, und bestimmen Sie vor dem Kauf das Bremssystem an der betreffenden Achse. Die Dicke einer verschlissenen Scheibe ist kleiner als die einer neuen und bestimmt die Scheibe für sich allein nicht.
- Oberfläche: Lieferanten geben an, dass eine Scheibe beschichtet oder geölt ist. Eine geölte Scheibe trägt ein Schutzöl, das vor dem Einbau vollständig mit Bremsenreiniger entfernt werden muss. Eine beschichtete Scheibe wird in der Regel so eingebaut, wie sie geliefert wird, und ihre Beschichtung wird nicht entfernt; befolgen Sie in beiden Fällen die der Scheibe beiliegende Anleitung.
- Lieferumfang: Bei manchen Teilenummern gibt der Lieferant an, dass die Scheibe mit oder ohne Schrauben, mit oder ohne ABS-Sensorring oder ohne integriertes Radlager geliefert wird. Vergleichen Sie den Inhalt der Packung mit dem, was Ihre Bremse braucht und was laut Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers ersetzt werden muss, und beschaffen Sie jede Befestigung gesondert, die neu sein muss und nicht enthalten ist. Wo die Scheibe an Ihrem Fahrzeug den Sensorring für den Raddrehzahlsensor trägt, muss auch die neue Scheibe einen haben.
- Scheiben werden in der Regel einzeln verkauft: Für eine Achse braucht man ein Paar. Manche Scheiben sind nur für eine Fahrzeugseite gebaut; wo ein Lieferant ein linkes und ein rechtes Teil listet, bauen Sie jedes auf seiner Seite ein.
- Bremsbeläge: Beschaffen Sie zusammen mit den Scheiben einen neuen Bremsbelagsatz für dieselbe Achse und dasselbe Bremssystem.
- Wo für eine Achse mehr als eine Scheibe gelistet ist, können es gleichwertige Teile verschiedener Lieferanten sein oder Teile, die für verschiedene Ausführungen des Fahrzeugs bestimmt sind. Wo ein Lieferant zu einer Teilenummer Bedingungen angibt, etwa einen Bauzeitraum, einen Fahrgestellnummernbereich oder einen Ausstattungscode, zeigt die Teileseite des Fahrzeugs sie bei dieser Teilenummer: Vergleichen Sie sie mit Ihrem Fahrzeug. Lässt sich mit den Angaben nicht klären, ob die Scheibe passt, fragen Sie vor dem Kauf den Lieferanten oder den Fahrzeughersteller.
Vergleichen Sie die neuen Scheiben vor dem Einbau mit den alten, aber nehmen Sie die alten nicht als Vorgabe: Früher eingebaute Scheiben können selbst schon die falschen gewesen sein. Maßgeblich ist die für Ihren Motor gelistete Teilenummer, deren angegebene Bedingungen zu Ihrem Fahrzeug, seiner Achse und seinem Bremssystem passen, und ein Unterschied in Durchmesser, Höhe, Zentrierbohrung, Bohrungen oder Art muss vom Lieferanten oder vom Fahrzeughersteller bestätigt werden.
Den Bremssattel und die alte Scheibe ausbauen
- Sichern Sie das Fahrzeug, heben Sie es an und stützen Sie es ab, wie unter Bevor Sie beginnen beschrieben, und prüfen Sie, dass es sicher auf den Böcken steht, bevor Sie ein Rad abnehmen. Wo das Fahrzeug an der betreffenden Achse eine elektrische Feststellbremse hat, bringen Sie sie so in ihre Servicestellung, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt, an der Stelle des Ablaufs, die die Arbeitsanweisung vorgibt. Lösen Sie eine mechanische Feststellbremse, die auf die Achse wirkt.
- Nehmen Sie die Radbefestigungen und das Rad ab. Sehen Sie sich die Bremse an, bevor Sie etwas zerlegen, und halten Sie fest, wie sie zusammengebaut ist, zum Beispiel mit einem Foto, einschließlich der Verlegung des Bremsschlauchs und der Leitungen des Verschleißsensors und des Raddrehzahlsensors.
- Bauen Sie die Bremsbeläge aus, wie es die Anleitung zum Bremsbelagwechsel beschreibt, mit den Werkzeugen und den Vorsichtsmaßnahmen, die diese Arbeit braucht, einschließlich der Prüfung des Bremsflüssigkeitsstands, bevor die Kolben zurückgedrückt werden.
- Bauen Sie den Bremssattel und seinen Träger aus, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt. Bei einem Schwimmsattel ist der Träger in der Regel mit zwei sehr fest angezogenen Schrauben am Radträger befestigt: Lösen Sie sie mit einem genau passenden Werkzeug und stützen Sie den Bremssattel ab, wenn die letzte Schraube herauskommt. Ein Festsattel wird als Ganzes vom Radträger abgeschraubt. Öffnen Sie den Anschluss des Bremsschlauchs nicht.
- Hängen Sie den Bremssattel mit einem Haken oder Draht so an der Radaufhängung auf, dass sein Gewicht nicht am Bremsschlauch hängt und der Schlauch weder verdreht noch geknickt ist. Lassen Sie einen Bremssattel niemals an seinem Schlauch hängen. Halten Sie die Leitungen des Verschleißsensors und des Raddrehzahlsensors aus dem Weg, ohne sie zu spannen.
- Wo die Scheibe von einer oder mehreren Schrauben fixiert wird, lösen Sie sie mit einem Bit, der genau passt und ganz eingesetzt ist, denn solche Schrauben sind oft festgerostet und ihre Köpfe werden leicht beschädigt. Nehmen Sie vorhandene Halteclips auf den Radbolzen ab, wo die Nabe Radbolzen hat. Eine Schraube, deren Kopf beschädigt wurde, wird nach dem Verfahren ausgebaut, das der Fahrzeughersteller oder eine Werkstatt vorsieht, ohne das Gewinde der Nabe zu beschädigen.
- Wo die Backen der Feststellbremse in der Scheibe arbeiten, vergewissern Sie sich, dass die Feststellbremse vollständig gelöst ist, und stellen Sie die Backen an ihrer Nachstellung so zurück, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt, wenn sich die Scheibe nicht abnehmen lässt.
- Ziehen Sie die Scheibe gerade von der Nabe ab. Eine von Korrosion festgehaltene Scheibe wird so gelöst, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt: wo die Scheibe dafür Gewindebohrungen hat, durch gleichmäßiges Eindrehen passender Schrauben, sonst durch Schläge mit dem Schonhammer auf den Topf der alten Scheibe zwischen den Radbefestigungsbohrungen, wobei die Scheibe zwischen den Schlägen gedreht wird. Tragen Sie Augenschutz, schlagen Sie nur auf eine Scheibe, die ersetzt wird, und schlagen Sie nicht auf die Radbolzen, die Nabe, den Sensorring oder den Raddrehzahlsensor. Die Scheibe ist schwer: Lassen Sie sie nicht auf Ihre Füße oder den Bremsschlauch fallen.
Vom Ausbau der Beläge an, bis der Bremssattel mit neuen Belägen über der neuen Scheibe wieder zusammengebaut ist, darf niemand das Bremspedal treten oder die Feststellbremse betätigen. Ein zu weit herausgedrückter Kolben verliert seine Abdichtung, und die Bremse muss dann instand gesetzt und entlüftet werden, bevor das Fahrzeug benutzt werden kann.
Die Nabe reinigen und prüfen
- Reinigen Sie die Anlagefläche der Nabe für die Scheibe, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt: Entfernen Sie mit der Drahtbürste oder dem Nabenreinigungswerkzeug allen Schmutz und alle Korrosion, auf der ganzen Fläche, um die Radbolzen oder Schraubenlöcher herum und am Zentrierbund, bis die Fläche sauber und plan ist, ohne eine Schutzbeschichtung zu entfernen, die laut Arbeitsanweisung bleiben soll. Schon eine dünne Schicht Rost oder Schmutz, die unter der Scheibe bleibt, kann sie unrund laufen lassen und später Pulsieren verursachen. Tragen Sie kein Metall von der Fläche ab und beschädigen Sie weder die Gewinde, die Radbolzen, den Sensorring noch den Raddrehzahlsensor. Wischen Sie die Fläche mit Bremsenreiniger auf einem Tuch ab.
- Prüfen Sie die Nabe. Ihre Anlagefläche muss plan und unbeschädigt sein, ohne Grate oder Dellen. Drehen Sie die Nabe von Hand: Das Radlager muss leicht und leise und ohne spürbares Spiel laufen. Wo die Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers vorsieht, den Schlag der Nabe zu messen, messen Sie ihn mit einer Messuhr, wie es die Arbeitsanweisung beschreibt, und vergleichen Sie ihn mit dem zulässigen Wert.
- Wo die ausgebaute Scheibe den Sensorring für den Raddrehzahlsensor trug oder der Ring daneben auf der Nabe oder dem Lager sitzt, halten Sie den Ring und den Sensor frei von Schmutz, Fett und Metallspänen, und bringen Sie keinen Magneten und kein magnetisiertes Werkzeug in die Nähe eines magnetischen Rings.
- Prüfen Sie den Bremssattel, seine Führungsbolzen und Manschetten, den Bremsschlauch und den Verschleißsensor, wie es die Anleitung zum Bremsbelagwechsel beschreibt, und reinigen Sie die Führungsflächen des Trägers für die Beläge. Reinigen Sie die Gewinde der Schraubenlöcher des Trägers im Radträger so, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt, wo alte Schraubensicherung darin zurückgeblieben ist.
- Wo die Backen der Feststellbremse in der Scheibe arbeiten, sehen Sie sich die Backen, ihre Federn und ihre Nachstellung an, solange die Scheibe abgenommen ist: Beläge, die verschlissen, abgelöst oder mit Öl oder Fett getränkt sind, und gebrochene oder fehlende Federn müssen nach der Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers oder von einer Werkstatt instand gesetzt werden, bevor die neue Scheibe aufgesetzt wird. Diese Anleitung behandelt diese Arbeit nicht.
- Tragen Sie ein Korrosionsschutzmittel oder eine Paste nur dann auf die Anlagefläche der Nabe oder den Zentrierbund auf, wenn die Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers es vorsieht, und dann nur das dort vorgegebene Mittel und so dünn, wie dort beschrieben. Bringen Sie ein solches Mittel niemals auf die Radbolzen oder die Gewinde der Radbefestigungen, sofern der Fahrzeughersteller es nicht vorsieht, und niemals auf eine Reibfläche.
Wenn das Radlager rau läuft oder Spiel hat, die Anlagefläche der Nabe beschädigt ist oder ihr Schlag über dem zulässigen Wert liegt, ein Kolben oder ein Führungsbolzen festsitzt, irgendwo Bremsflüssigkeit austritt oder ein Schlauch beschädigt ist, bauen Sie die neue Scheibe nicht darauf ein. Lassen Sie diese Fehler zuerst instand setzen; zu Instandsetzungen, bei denen die Hydraulik geöffnet wird, gehört das Entlüften der Bremsen, das diese Anleitung nicht behandelt.
Die neue Scheibe und die Beläge einbauen
- Prüfen Sie die neue Scheibe anhand der für das Fahrzeug gelisteten Teilenummer und vergleichen Sie sie mit der alten, wie unter Die richtigen Bremsscheiben wählen beschrieben. Bauen Sie keine Scheibe ein, die heruntergefallen oder beschädigt ist oder von dem abweicht, was gelistet ist, bevor der Unterschied geklärt ist. Wo ein Lieferant ein linkes und ein rechtes Teil listet, vergewissern Sie sich, dass Sie die Scheibe für diese Seite haben.
- Bereiten Sie die Scheibe so vor, wie es ihre Anleitung beschreibt. Entfernen Sie das Schutzöl einer geölten Scheibe mit Bremsenreiniger und einem sauberen Tuch vollständig von den Reibflächen und der Anlagefläche und lassen Sie den Reiniger ablüften. Lassen Sie die Beschichtung einer beschichteten Scheibe an ihrem Platz, sofern ihre Anleitung nichts anderes sagt. Berühren Sie die Reibflächen danach nicht mit fettigen Fingern.
- Prüfen Sie, dass die Anlagefläche im Inneren der neuen Scheibe und die Anlagefläche der Nabe sauber sind und dass nichts dazwischen liegt. Schieben Sie die Scheibe gerade über die Nabe, sodass ihre Fixierbohrung oder ihre Fixierbohrungen mit denen der Nabe fluchten, und vergewissern Sie sich, dass sie ringsum plan an der Nabe anliegt.
- Drehen Sie die Fixierschraube oder die Fixierschrauben der Scheibe ein, neue, wo der Fahrzeughersteller ihren Ersatz verlangt oder sie mit der Scheibe geliefert werden, und ziehen Sie sie nach der Vorgabe des Fahrzeugherstellers an. Sie fixieren die Scheibe nur: Ziehen Sie sie nicht zu fest an. Setzen Sie Halteclips nur dann wieder auf, wenn die Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers sie vorsieht.
- Wo die Arbeitsanweisung des Fahrzeugherstellers vorsieht, den Schlag der eingebauten Scheibe zu messen, spannen Sie die Scheibe so an der Nabe fest, wie es die Arbeitsanweisung beschreibt, messen Sie den Schlag an der Reibfläche mit der Messuhr und vergleichen Sie ihn mit dem zulässigen Wert. Liegt er über diesem Wert, nehmen Sie die Scheibe wieder ab, prüfen Sie beide Anlageflächen auf Schmutz und Beschädigung und richten Sie sich für das weitere Vorgehen nach der Arbeitsanweisung; bauen Sie die Bremse nicht über einer Scheibe zusammen, die unrund läuft.
- Drücken Sie die Kolben des Bremssattels zurück, wie es die Anleitung zum Bremsbelagwechsel beschreibt, falls das noch nicht geschehen ist, und beobachten Sie dabei den Bremsflüssigkeitsstand.
- Bauen Sie den Träger des Bremssattels oder den Festsattel über der Scheibe ein. Verwenden Sie neue Schrauben, wo der Fahrzeughersteller ihren Ersatz verlangt, bereiten Sie die Gewinde so vor, wie es die Arbeitsanweisung beschreibt, drehen Sie jede Schraube von Hand an und ziehen Sie sie nach der Vorgabe des Fahrzeugherstellers mit einem Drehmomentschlüssel an, einschließlich eines Weiterdrehens um einen Winkel, wenn die Vorgabe eines nennt. Prüfen Sie, dass sich die Scheibe zwischen den Armen des Trägers frei dreht, ohne zu streifen.
- Bauen Sie die neuen Bremsbeläge, ihre Clips, Dämpfungsbleche und Federn, den Bremssattel und den Verschleißsensor ein, wie es die Anleitung zum Bremsbelagwechsel beschreibt, mit neuen Befestigungen, wo sie vorgeschrieben sind, und jede Befestigung nach der Vorgabe angezogen. Prüfen Sie, dass der Bremsschlauch nicht verdreht ist und dass die Leitungen des Verschleißsensors und des Raddrehzahlsensors wie zuvor durch jeden Halter laufen, mit Abstand zum Rad, zur Scheibe und zur Radaufhängung.
- Vergleichen Sie die fertige Bremse mit der noch zusammengebauten Seite oder mit Ihrer Aufzeichnung, und prüfen Sie, dass kein Werkzeug, kein Tuch, kein Haken und kein Draht an der Bremse zurückbleibt. Entfernen Sie Fingerabdrücke und Fett mit Bremsenreiniger auf einem sauberen Tuch von den Reibflächen und lassen Sie ihn vollständig ablüften.
- Montieren Sie das Rad, nachdem Sie seine Anlagefläche so gereinigt haben, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt. Drehen Sie jede Radbefestigung von Hand an und ziehen Sie sie gleichmäßig über Kreuz an. Führen Sie dann dieselbe Arbeit am anderen Rad der Achse aus.
Eine Trägerschraube, die nicht wie vorgegeben angezogen ist, oder eine alte Schraube, die wiederverwendet wird, wo eine neue vorgeschrieben ist, kann dazu führen, dass sich der Bremssattel während der Fahrt vom Radträger löst. Prüfen Sie die Schrauben des Trägers und die Befestigungen des Bremssattels an beiden Rädern, bevor die Räder montiert werden.
Abschließen und die Bremsen prüfen
- Wenn beide Räder der Achse montiert sind und das Fahrzeug noch sicher auf den Böcken steht, treten Sie das Bremspedal langsam und wiederholt, bis es fest ist und sein Weg normal ist. Bei den ersten Hüben kann das Pedal viel weiter durchgehen als gewohnt, bis die Kolben die Beläge an die Scheiben gebracht haben; vorher arbeitet die Bremse nicht richtig. Treten Sie das Pedal bei den ersten Hüben nicht mit Gewalt bis zum Boden durch.
- Verfahren Sie mit der Feststellbremse so, wie es der Fahrzeughersteller beschreibt: Nehmen Sie eine elektrische Feststellbremse aus ihrer Servicestellung und führen Sie jeden Schritt aus, den die Arbeitsanweisung danach verlangt; betätigen Sie eine mechanische Feststellbremse, die auf die Bremssättel wirkt, mehrmals und prüfen Sie ihre Einstellung; und wo die Backen der Feststellbremse in der Scheibe arbeiten, stellen Sie sie ein und fahren Sie sie, wo die Arbeitsanweisung es vorsieht, so ein, wie dort beschrieben.
- Drehen Sie bei noch abgestütztem Fahrzeug und gelösten Bremsen jedes Rad der Achse von Hand: Es muss sich drehen lassen, höchstens mit leichtem Anliegen der Beläge und ohne Schaben. Sehen Sie sich beide Bremssättel mit der Lampe an: Es darf keine Flüssigkeit austreten. Ein Rad, das festgehalten wird, stark schleift oder schabt, hat eine Ursache, die gefunden wird, bevor das Fahrzeug abgelassen wird.
- Lassen Sie das Fahrzeug auf seine Räder ab und ziehen Sie die Radbefestigungen über Kreuz nach der Vorgabe des Fahrzeugherstellers mit einem Drehmomentschlüssel an. Ungleichmäßiges Anziehen kann eine neue Scheibe verziehen. Wo die Vorgaben des Fahrzeugherstellers verlangen, die Radbefestigungen später noch einmal zu prüfen, tun Sie das so, wie dort beschrieben.
- Prüfen Sie den Bremsflüssigkeitsstand und die Warnleuchten im Kombiinstrument, wie es die Anleitung zum Bremsbelagwechsel beschreibt. Bleibt das Pedal weich, sinkt es unter gleichmäßigem Druck ab oder geht es weiter durch als zuvor, oder bleibt eine Bremswarnleuchte oder eine Warnleuchte des Antiblockier- oder Stabilitätssystems an, fahren Sie nicht: Lassen Sie das Fahrzeug von einer Werkstatt prüfen.
- Bevor sich das Fahrzeug überhaupt bewegt, treten Sie das Bremspedal noch einmal und vergewissern Sie sich, dass es fest ist. Prüfen Sie die Bremsen bei niedriger Geschwindigkeit an einem sicheren Ort abseits des Verkehrs, bevor Sie im Straßenverkehr fahren: Das Fahrzeug muss gleichmäßig bremsen, ohne zu einer Seite zu ziehen, ohne Pulsieren und ohne ungewöhnliche Geräusche, und die Feststellbremse muss es halten.
- Neue Scheiben und Beläge bringen nicht sofort ihre volle Bremswirkung. Fahren Sie sie so ein, wie es die Hersteller der Scheiben und der Beläge beschreiben; sofern deren Anleitungen nichts anderes sagen, bremsen Sie auf den ersten Fahrten sanft und frühzeitig, vermeiden Sie starkes und langes Bremsen, soweit der Verkehr es zulässt, und halten Sie mehr Abstand als sonst. Sehen Sie sich die Bremsen und den Flüssigkeitsstand nach den ersten Fahrten noch einmal an.
- Geben Sie die alten Scheiben als Metallschrott ab und die alten Beläge, abgesaugte Bremsflüssigkeit und gebrauchte Reinigungstücher bei einer Sammelstelle für Sondermüll oder dort, wo Sie die Teile gekauft haben.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- An einem Fahrzeug arbeiten, das nicht sicher auf Unterstellböcken abgestützt ist
- Nur eine Scheibe wechseln oder verschlissene Beläge mit neuen Scheiben einbauen
- Eine neue Scheibe auf eine Nabe setzen, die nicht von Schmutz und Korrosion gereinigt wurde
- Eine geölte Scheibe einbauen, ohne ihr Schutzöl zu entfernen, oder die Reibflächen mit fettigen Händen anfassen
- Trägerschrauben wiederverwenden, deren Ersatz der Fahrzeughersteller verlangt, oder sie nach Gefühl anziehen
- Einen Bremssattel an seinem Bremsschlauch hängen lassen oder ihn mit verdrehtem Schlauch einbauen
- Das Bremspedal treten, solange ein Bremssattel abgenommen ist oder Beläge ausgebaut sind
- Auf die Nabe, die Radbolzen oder den Sensorring schlagen, um eine Scheibe zu lösen
- Die Fixierschraube der Scheibe zu fest anziehen oder die Radbefestigungen ungleichmäßig anziehen
- Eine massive Scheibe anstelle einer belüfteten einbauen oder eine Scheibe mit anderem Durchmesser oder anderer Höhe
- Neue Scheiben an einer Bremse mit festsitzendem Kolben oder Führungsbolzen einbauen oder an einer Nabe mit verschlissenem Radlager
- Fett oder Paste auf die Radbefestigungen oder auf eine Reibfläche bringen
- Das Fahrzeug bewegen, bevor das Bremspedal getreten wurde, bis es fest ist
- Auf neuen Scheiben und Belägen, die nicht eingefahren sind, stark bremsen